Kein Wunder, dass es zittert um 18:00 Uhr

KWDEZ Flyer vorne
Die andere Seite des Lichts

Kein Wunder, dass es zittert

Text: Peter Zschiesche
 
Keiner kann Wellen sehen, niemand sieht Teilchen.
Wir können Licht nicht sehen. 
Dennoch: Licht wirft einen Schatten. Glaubt man dem naturwissenschaftlichen Dogma unserer Zeit dann sind um uns herum stumme, geruch- und farblose Atome. Unser Geist bespielt unsere Sinneseindrücke und bringt die Welt hervor in der wir leben. Ein Farbstrom taucht auf und verführt das Auge zum hin-sehen, ein Geruch zieht seine Bahn durch den Äther und Erinnerung wird wach und rührt uns. Was ist das für ein Ort?
 
Die Augen starren ohne Pupillen in die Nächte. Es brennt Licht im ersten Stock. Eben war es noch an. 
Niemand weiß was das Haus gesehen hat. Längst sind wir im Haus während wir es noch von Außen betrachten. Wir versammeln uns im Salon, die Blicke flimmern. Alle Körper sind nun von Mauern umschlossen und es wird gesprochen. Wie einer Spur folgend, gleitet eine Hand den Treppenlauf hinauf und tatstet nach den Obergeschossen. Ist dort Etwas? Wie viele Male schon wurde das Holz auf solche Weise berührt?
 
Am 20.Nov. stellen achtzehn ausgewählte Künstler ihre Werke auf die andere Seite des Lichts. Sie verfügen über Alternativen zu der herkömmlichen Sicht auf unsere Welten. Der Weg zum Eröffnungsabend führt über Brücken und durch alte Straßen zur historischen Hasselwerder Villa. Die Bilder, Objekte und Filmarbeiten werden bis zur Finissage am 12.Dez. sich selbst überlassen und füllen bis dahin die Kammern des internationalen Zentrums für Kunst, Kreativität und Begegnung in Berlin-Schöneweide.